

Die Marien-Geburt-Kapelle, wie sie auch genannt wird, atmet eine Atmosphäre der Volksverehrung: ununterbrochen werden Kerzen geopfert, der Altar verbirgt sich unter Blumen, Ex Voto sind eingemauert. Wegen ihrer Lage am ‘Schoenmarkt' (= Schustermarkt) kennt jeder in Antwerpen dieses Gotteshaus als ‘Schusterkapellchen'. Der Gebrauch des Verkleinerungsworts deutet auf die von der Bevölkerung empfundene Sympathie diesem Gebetshaus gegenüber. Sie ist aber keine Kapelle der Schusterzunft, sondern die eines 1343 von Heinrich Sudermann gestifteten Hospizes. Dieser reiche Dortmunder Kaufmann übergab sie zwölf armen Frauen, die durch Handarbeit ihr tägliches Brot versdienen sollten. Die Bauzeit der Kapelle bleibt bisher unbekannt. Während der französischen Herrschaft kommt die Kapelle unter den Ausschuß der Bürgerlichen Hospize. In der Lozannastraße gibt es bald ein neues Altersheim und ein Teil des alten Gebäudes wird abgerissen. 1887 kommt die Kapelle unter die Schirmherrschaft der Liebfrauenkirche. Die Gemäldesammlung zieht aber um ins Hauptbüro des Ausschußes, jetzt das Jungfernhaus-Museum. Der neuen Einkleidung, Ende des 19. Jh., gehört ein klassizistischer Barockaltar. Gott-Vater thront, begleitet von den drei göttlichen Tugenden unter einem Baldachin. In einem vergoldeten Strahlenkranz steigt der Heilige Geist in Form einer Taube auf die Gottesmutter Maria und ihr Kind herab. Seltsam ist eine Reihe von sechs silbernen Leuchtern, ebenfalls im klassizistischen Barockstil, auf deren Sockel man mehrere Transportmittel bemerkt bei denen um himmlische Sicherheit gebeten wird u.a. einen Dampfzug. Flugzeuge gab es damals noch nicht...
Laatste wijziging op 21/1/2011 door
Marc Dehaese 
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